Das feministische Quartett

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Vorsicht Satire
Der folgende Text ist reine Satire. Das bedeutet, er nutzt Polemik, Übertreibung, oder einfach nur die Darstellung der Wirklichkeit. Aus diesen Gründen kann er nur unter äußerster Vorsicht Buchstabe für Buchstabe gelesen werden. Zu schnelles Lesen führt im Allgemeinen zu Uebelkeit, Erbrechen und Erkenntnis.


2. Platz
Stupid Contest
Bild:Silber.png
Das feministische Quartett
ist ein Gewinner
des vierten
Stupid Contests
Für dieses
Werk erhält
Derkleinetiger
den silbernen Stupidedia-Stern
am Band.
Gezeichnet, die Jury
       

Fernsehsendung der Eurovision, die seit 2001 mit steigenden Einschaltquoten in ZDF, ORF, SRG und AOK gesendet wird.

Inhaltsverzeichnis

Von der Idee zum Sendebeginn

Symbolhafter Schnappschuss aus dem Vorspann: Das Thema "Frau", darüber thront der Protagonist der Sendung: "Mann"
Symbolhafter Schnappschuss aus dem Vorspann: Das Thema "Frau", darüber thront der Protagonist der Sendung: "Mann"

Die Idee

Als 2001 die allseits beliebte Sendereihe "Das literarische Quartett" unter der Leitung des selbsternannten Volkstribunen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur Marcel Reich-Ranicki eingestellt wurde, galt es rasch Ersatz für den abendlichen Quotengaranten zu finden. Die ursprüngliche Idee zur Sendung hatte die Feministin Alice Schwarzer in einem für sie (und alle andere Frauenrechtlerinnen) typischen Anflug von Naivität. In einem offenen Brief in der TAZ forderte sie die Sendeleitungen der öffentlich-rechtlichen Fernsehanstalten auf, endlich an einem prominenten Sendeplatz feminstische Inhalte diskutieren zu lassen. Eine Diskussion war losgetreten und der öffentliche Druck auf die Intendanten wuchs. Am 01. September 2001 war es dann endlich soweit. Das feministische Quartett ging auf Sendung.

Leichte Modifikationen

Obwohl Schwarzer in ihrer Denkschrift forderte, eine Sendung von Frauen für Frauen entstehen zu lassen, waren die Herren vom Senderat des mit der Realisierung betreuten ZDF nicht ganz so revolutionär. Der Kompromiss wurde schnell gefunden: Die bewährte Frauenquote wurde eingehalten, drei Redakteurinnen und fünf Redaktuere formten die Redaktion und in jeder zweiten Sendung wurde sogar eine Kamerafrau eingesetzt. Vor der Kamera griff man jedoch auf bewährte Strukturen zurück und ließ ausschließlich Männer diskutieren. Der ZDF-Intendant ließ auf Nachfrage der Frauenbeauftragten des deutschen Bundestags erklären, Männer hätten ja schließlich auch Ahnung von Frauen und würden halt viel sachlicher - und für die breite Masse nachvollziehbarer! - diskutieren.

Die Teilnehmer der Talkshow

Die muntere Diskussionsrunde wurde unter strengen Kriterien zusammengestellt: Frauenversteher Mario Barth, Frauenfachmann Dieter Bohlen und der Minderheitenfachmann Guido Westerwelle bilden die feste Troika. Dazu gesellt sich in wechselnder Besetzung ein ausgewiesener Fachmann für des Thema des Abends.

Diskussionsthemen - eine Auswahl

Hier eine kleine Auswahl der breitgestreuten Themenpalette, die im Rahmen der Sendung bereits diskutiert wurde (in der dritten Spalte der jeweilige Stargast der Talkrunde):

Ausstrahlung
Titel der Sendung
Stargast
September 2001
Schwanzvergleich: Das Recht der Frau auf XXL
Tom Gerhardt
November 2001
Frauenwahlrecht: ein Anachronismus
Prince Charles
März 2002
Frauenarbeit: Wert oder Herd?
Alfred Biolek
April 2002
Transen: Die besseren Frauen?
Dirk Bach
Mai 2002
Der BH - eine Abkürzung für eine Erweiterung
Musashimaru
Juli 2002
Groß und breit mit Wendekreis: Frauenparkplätze
Michael Schumacher
August 2002
Die Burkha, zeitlos modern
Karl Lagerfeld
Januar 2003
Frauenfußball, eine unästhetische Realität
Franz Beckenbauer
Mai 2003
Die Beschneidung der Frau in Afrika: Anachronismus oder Notwendigkeit?
Gunther von Hagens
Dezember 2003
Die Rechte der iranischen Frau und die Linke des iranischen Mannes
Henry Maske
April 2004
Galeonsfigur: Die Kanzlerin im Schatten der Macht
Gerhard Schröder
Juli 2005
Penisbruch, eine historische Ungerechtigkeit
Martin Semmelrogge
Juli 2006
Alle 28 Tage ein Gottesfluch
Papst Benedikt XVI.
Januar 2007
Lesben: alles eine Frage der Technik
Peter Lustig
Mai 2007
Lebensgefahr Spalte
Reinhold Messner


Typischer Sendeverlauf einer Sendung

Eine typische Sendung beginnt mit einem Schwenk über das 20- bis 30-köpfige Publikum, dessen Zusammensetzung nach geheimen Kriterien durch die Redaktion zusammengestellt wird. Tosender Applaus! Bohlen, Barth und Westerwelle treten zur Melodie von Final Countdown durch eine Hintertür mit Fliegenschutzvorhang nacheinander auf und nehmen Platz. Im Studio sitzen die vier Diskussionteilnehmer in einer Dekoration mit diversen Küchenmöbeln an einem weißfurnierten ungedeckten 70er Jahre Küchentisch. Bohlen ergreift zu Anfang stets als Erster das Wort, will den Stargast ankündigen und begrüßen. Westerwelle fällt ihm ins Wort. Es entbrennen erste heftige Wortwechsel. Kurz danach dann der Auftritt des Stargasts. Bohlen begrüßt diesen und wird dabei von Westerwelle unterbrochen. Und so weiter... Es wird viel gelacht und humorvolle Bemerkungen lockern den Inhalt auf. Beispielsweise konterte im Mai 2002 Guido Westerwelle eine Bemerkung Mario Barths eine Abkürzung BH könne auch Buchhalter heißen mit dem berühmten Westerwell'schen Bonmot, den Buchhalter müsse man nicht abkürzen, der Büstenhalter sei schließlich intim, der Buchhalter werde höchstens ab und zu mal intim! In der Mitte des Tisches, an dem diskutiert wird, steht ein kleines Sparschwein, das sogenannte "Chauvi-Schwein". Hier wirft jeder Teilnehmer pro frauenfeindlichen Spruch drei Euro ein. Das Geld wird einmal im Jahr an die schweizer Mädchennationalmannschaft im Voltigieren gespendet. 2006 kamen z.B. durch diese Regel 54.774,- Euro zusammen. Das Ende der jeden Sendung wird meist von Einigkeit geprägt. Dem Stargast wird, schon aus Gründen der Gastfreundschaft, bei seinen Thesen immer Recht gegeben.

Chronik eines Erfolgskonzepts

Die Entwicklung des Marktanteils zeigt deutlich: Der deutschsprachige Raum versammelt sich vor den Fernsehern!
Die Entwicklung des Marktanteils zeigt deutlich: Der deutschsprachige Raum versammelt sich vor den Fernsehern!

Die Entwicklung der Zuschauerzahlen kann gelinde gesagt exponential genannt werden. Während die ersten drei Sendungen noch donnerstags um 22:30 Uhr gesendet wurde, wechselte man ab der fünften Sendung auf den Prime Time Sendeplatz, samstags 20:15 Uhr. Die spannenden Themen und die wilden Zickereien des Moderatorentriumvirats und seiner Stargäste begeisterten die Massen. Die Fernsehgeräte liefen heiß und der Marktanteil näherte sich schnell 100%. Soziologen untersuchten die Zuschauerstruktur und stellten fest, dass in jedem Haushalt, in dem mindestens ein Mann wohnt, der Fernseher eingeschaltet war. Frauen schauen die Sendungen aus völlig unerfindlichen Gründen jedoch nicht so gern...

Das feministische Quartett begeistert die männlichen Zuschauer. Man kann einen andauernden Schwund weiblicher Zuschauerzahlen (blau) beobachten!
Das feministische Quartett begeistert die männlichen Zuschauer. Man kann einen andauernden Schwund weiblicher Zuschauerzahlen (blau) beobachten!

Kritik

Obschon die erste Konzeption aus ihrer Feder stammte, entwicklte sich Alice Schwarzer zur eifrigsten Kritikerin des feministischen Quartetts. In ihrer Hetzschrift "Emma" veröffentlichte sie mit schöner Regelmäßigkeit realitätsferne Hasstiraden auf die Realisierung ihrer Idee. Sie spricht in einigen Artikeln sogar davon, dass Frauen (!) die Sendung, die Sendeleitung und die Moderation selber hätten übernehmen sollen!
Moderator Bohlen dazu: "Da krich ich doch zuviel! Die hat doch ein' sitzen die Frau! Bei uns in Tötensen gibt's auch so 'ne Alde, die is' auch voll unbeliebt, ne! Goo kein Talent! Wie schon Brecht sachte: Und so sehen wir betroffen, den Vorhang zu und alle Fragen offen!"

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